Zertifikat Integrative Onkologie

Was ist das Zertifikat Integrative Onkologie?

Ärzte, Pflegekräfte und Mitglieder anderer Berufsgruppen zu befähigen, auf Fragen von Patienten und Angehörigen zu den Möglichkeiten begleitender Therapien kompetent zu antworten, evidenzbasierte Informationen zu vermitteln, die Bedürfnisse der Patienten und ihrer Bereitschaft Eigenverantwortung zu übernehmen in einer tragfähigen Kommunikation anzuerkennen und Handlungsmöglichkeiten aufzuweisen

Aufbau eines Netzwerks von qualitätsgesicherten Beratungsstellen, die in die onkologische Versorgung integriert sind. Für die Inhaber des Zertifikats und die
Institutionen, an denen diese tätig sind, soll damit die Sichtbarkeit des eigenen Beratungsangebots erhöht und dessen Qualität deutlich gemacht werden, um sich von anderen Angeboten, die nicht den Kriterien der evidenzbasierten Medizin folgen zu unterscheiden.

Hierzu werden von der Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft Fortbildungen angeboten, die mit einem Zertifikat Integrative Onkologie abgeschlossen werden können. Die Inhalte stehen im unmittelbaren Bezug zur onkologischen Diagnostik und Therapie. Der Zusammenhang zu psychoonkologischen und palliativ-medizinischen Fragestellungen wird besonders berücksichtigt. Neben der Vermittlung von evidenzbasiertem Wissen werden Kommunikationsstrategien in spezifischen Workshops aufgezeigt. Die gesamte Fortbildung besteht aus einer Serie von 4 Einzelseminaren mit jeweils 20 Stunden. In jedem Seminar wird jeweils anhand einer Gruppe von Tumorerkrankungen kurz die konventionelle Therapie referiert (interdisziplinär mit Operation, Strahlentherapie und medikamentöser Therapie), im Wechsel folgen Vorträge zu den zentralen ergänzenden Themen der integrativen Onkologie, Kommunikation, Ernährung, körperlichen Aktivität und komplementären Medizin). Teilnehmer können durch die Auswahl der Workshops Schwerpunkte zum jeweiligen ergänzenden Thema vertiefen bzw. gezielt verschiedene Aspekte der Kommunikation kennenlernen. Nach Abschluss der ersten Seminarreihe werden jährliche Update-Seminare angeboten, die aus allen vier Schwerpunkten die wichtigsten neuen Erkenntnisse des letzten Jahres darstellen.
Die Seminare erfolgen in Kooperation mit verschiedenen Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Krebsgesellschaft, weiteren Fachgesellschaften und Verbänden sowie in enger Kooperation mit Vertretern der Selbsthilfe.

Die Seminare sind Teil des deutschsprachigen Programms der European School of Oncology (deso)

Ärzte, Pflegekräfte mit onkologischem Schwerpunkt, Diätassistenten, Ökotrophologen, Psychoonkologen, Studenten nach Empfehlung durch einen Dozenten, andere Berufsgruppen mit onkologischem Arbeitsschwerpunkt auf Anfrage.

Experten auf dem jeweiligen Gebiet aus den genannten Fachgesellschaften, aus den Arbeitsgemeinschaften der Deutschen Krebsgesellschaft und anderen Fachgesellschaften.

Die Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Onkologie in der Deutschen Krebsgesellschaft vergibt an Teilnehmer der
Seminare das Zertifikat „Integrative Onkologie“.
Das Zertifikat ist an folgende Voraussetzungen gebunden:

  • Teilnahme an den 4 Einzelseminaren (Ernährung, körperliche Aktivität, komplementäre Medizin, Workshop)
  • Abschlussprüfung mit Darstellung eines eigenen Falls und schriftlicher Prüfung

Ab Erhalt 5 Jahre

Für die Aktualisierung ist nachzuweisen, dass eine regelmäßige wissenschaftliche und praktische Auseinandersetzung mit dem Thema erfolgt ist. Dies kann durch verschiedene Aktivitäten, die mit Punkten bewertet werden, erfolgen. Innerhalb eines Zeitraumes von 5 Jahren sind 50 Punkte erforderlich. Für folgende Aktivitäten werden Punkte vergeben:

  • Einreichung von Falldokumentationen aus Beratungen von Patienten, die denen einer Kurzleitlinie der AG PRiO festgelegten Kriterien entsprechen: 5 Punkte
  • Teilnahme an einem Updateseminar: 10 Punkte
  • Eigene wissenschaftliche Publikationen in Peer Review Zeitschriften
    Erstautorenschaft: 10 Punkte
    Co-Autorenschaft: 5 Punkte
  • Aktive Mitarbeit für eines der Themen einer S3-Leitlinie: 10 Punkte
  • Erstellung einer evidenzbasierten Kurzzusammenfassung zu einem Thema für die Kurzleitlinie in Absprache mit den Koordinatoren: 10 Punkte
  • Eigene Vorträge/Referententätigkeit bei onkologischen Fachkongressen: 5 Punkte

Teilnehmer der Kurse, die sich für die Vorbereitung auf das Zertifikat anmelden, erhalten ein Backup durch Experten für ihre tägliche Arbeit und können jederzeit per Mail Fragen an die Experten stellen. Dadurch haben sie ebenso wie Zertifikatsinhaber die Möglichkeit in der eigenen Beratungstätigkeit auf Expertenwissen zurückzugreifen.